
Zertifizierte Reinigungsmittel: Sauberer Betrieb, saubere Umwelt
7 Min. Lesezeit
Unternehmen profitieren von zertifizierten Reinigern: reduzierte Gewässerbelastung, besserer Gesundheitsschutz und optimierter Verbrauch. Anerkannte Siegel erleichtern die Auswahl.
Als Unternehmer sind Sie verpflichtet, Ihren Mitarbeitern einen hygienisch reinen Arbeitsplatz zuzusichern. Allerdings stecken in modernen Putzmitteln oft Inhaltsstoffe, die zwar die Reinigung vereinfachen, dafür aber Mensch und Umwelt schaden. Die Lösung: zertifizierte und kennzeichnungsfreie Reinigungsmittel.
Welche Vorteile bieten zertifizierte Reinigungsmittel im Vergleich zu konventionellen Produkten?
Unsere Umwelt wird jeden Tag durch menschliches Handeln belastet. Vielen Unternehmen ist es daher wichtig, die Belastung in verschiedenen Bereichen zu reduzieren und nachhaltiger zu handeln. Beim Putzen anzusetzen ist ein guter Hebel: Denn die Nutzung bestimmter Chemikalien hat schwere Konsequenzen für die Natur und unsere Gesundheit. Herkömmliche Reiniger bewirken folgende Probleme:
Umwelt:
Verbreitung von Mikroplastik
Verschmutzung von Gewässern und Wasserorganismen
Luftverschmutzung durch Verdunstung
Gesundheit:
Reizung und Allergien
Atemwegserkrankungen
Hormonelle und toxische Belastung
Oberflächen:
Korrosion
Verfärbung
Materialschäden
Effizient putzen: Ab wann gelten Reinigungsmittel als zertifiziert?
Aussagen wie ‚umweltfreundlich‘ oder ‚öko‘ sind im Marketing streng reguliert: Ohne unabhängige Nachweise und anerkannte Zertifikate dürfen sie nach EU-Recht nicht mehr pauschal verwendet werden. – auch für Reinigungsmittel. Da es sich dabei um Chemikalien handelt, ist es für Laien schwer, schädliche Mittel von unbedenklichen Substanzen zu unterscheiden.
Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind die Tenside, die die reinigende Wirkung ausmachen. Sie müssen laut EU-Detergenzienverordnung (EG) Nr. 648/2004 vollständig aerob biologisch abbaubar sein. Zertifizierte Produkte gehen oft darüber hinaus und setzen auf Tenside aus pflanzlichen Rohstoffen, verbieten bestimmte Konservierungs- und Duftstoffe und beschränken das kritische Verdünnungsvolumen (CDV), um Gewässerorganismen messbar geringer zu belasten.
Aber welche Inhaltsstoffe in Reinigungsmitteln sind schädlich für die Umwelt? Problematisch sind vor allem schwer abbaubare Komplexbildner wie Phosphonate oder bestimmte Konservierungsmittel, die Wasserorganismen schädigen können. Formulierungen, die auf solche Zusätze verzichten, reduzieren die Ökotoxizität im Abwasser erheblich.
Auf die folgenden Reiniger sollten Sie auf jeden Fall verzichten:
Ätzende WC- und Rohrreiniger: Sie gehören zu den giftigsten Haushaltsreinigern.
Glaskeramikreiniger: Mit einem entsprechenden Ceranfeldschaber lassen sich Verschmutzungen effektiver lösen.
Duftsteine für das WC: Sie haben keine reinigende Wirkung und spülen mit jedem Tastendruck Schadstoffe in die Kanalisation.
Backofensprays: Verteilen gifte und gesundheitsschädliche Aerosole in der Luft.
Spezialreiniger: Enthalten oft unnötig viele schädliche Inhaltsstoffe.
Desinfektionsmittel: Töten leider nur harmlose Keime ab und sorgen dafür, dass sich schädliche Keime vermehren können.
Gut zu wissen
Woran erkennt man zertifizierte Reinigungsmittel?
Ökologisch ist genauso wie umweltfreundlich kein geschützter Begriff und leider machen sich das viele Hersteller zunutze. „Öko“, „bio“ und „nachhaltig“ sind oft mehr Werbeversprechen als die Realität. Häufig kommen auch eigene Siegel zum Einsatz, die Verbrauchende verwirren. Doch welche Putzmittel sind biologisch abbaubar? Tatsächlich gibt es drei Siegel, an denen Sie das erkennen:
Der Blaue Engel: Siegel für umweltfreundliche Reinigungsmittel, wie Haushalts-, Geschirr- und Sanitärreiniger. Sie müssen biologisch abbaubar sein, geringe Schadstoffbelastungen aufweisen und umweltschonend verpackt sein.
Euroblume (EU Ecolabel): Bewertet die gesamte Umweltbilanz eines Reinigungsmittels von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung. Das Siegel kennzeichnet unter anderem Geschirrspülmittel als umweltfreundlich, aber auch nachhaltige Wasch- und Reinigungsmittel mit geringer Umweltbelastung. Genauso versehen Hersteller von Glasreinigern und verschiedenen Badreinigern ihre Produkte mit der Euroblume als umweltfreundlich.
Ecocert: Zertifiziert Reinigungsmittel mit natürlichen Inhaltsstoffen und stellt sicher, dass mindestens 95 % der pflanzlichen Inhaltsstoffe biologisch abbaubar sind. Das Siegel ist besonders relevant für umweltfreundliche Haushaltsreiniger und ökologische Gewerbereiniger.
Im Überblick: Was ist der Unterschied zwischen herkömmlichen und zertifizierten Reinigungsmitteln?
Um auf biologisch abbaubare Reiniger umzusteigen, ist für Sie wichtig zu wissen, welche Putzmittel als umweltfreundlich gelten. Die folgende Tabelle zeigt markante Unterschiede zwischen chemiehaltigen und umweltfreundlichen Reinigungsmitteln im Vergleich auf.
Merkmal | Herkömmliches Reinigungsmittel | Zertifizierte Reinigungsmittel |
Inhaltsstoffe | Überwiegend petrochemisch basierte Tenside sowie synthetische Farb- und Konservierungsstoffe | Überwiegend pflanzenbasierte Tenside, Verzicht auf Mikroplastik, Phosphate und synthetische Duftstoffe |
Gesundheitsrisiken | Allergien und Hautreizungen | Wenig bis kein Einfluss auf Haut und Atemwege |
Umweltauswirkungen | Höhere aquatische Toxizität durch synthetische Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe; oft erdölbasierte Rohstoffbasis. | Streng limitierte aquatische Ökotoxizität; Verzicht auf persistente Komplexbildner und bioakkumulierbare Stoffe gemäß Vergabekriterien. |
Reinigungskraft | Starke, oft aggressive Reinigungskraft, die Oberflächen beschädigen kann | Wirksame Reinigung, vor allem in Verbindung mit richtigen Schwämmen und Bürsten |
Preis | Sehr günstig, allerdings werden oft große Mengen benötigt | Teilweise etwas teurer, allerdings deutlich ergiebiger |
Wie können Unternehmen effizient putzen?
Umweltfreundliche Reinigungsmittel gibt es viele und ebenso viele, die das von sich behaupten. Wer auf Siegel achtet und ein paar einfache Tricks kennt, kann ohne zusätzlichen Aufwand ideals putzen. Dafür benötigen Sie folgende Hilfsmittel:
Die richtigen Reinigungsmittel: Sowohl im Haushalt als auch in vielen Betrieben reichen vier einfache Reinigungsmittel aus, um alle Verschmutzungen zu lösen. Dabei handelt es sich um:
Neutrale Allzweckreiniger
Handspülmittel
Essigreiniger oder Zitronensäure
Scheuerpulver
Einfache Allzweckreiniger mit wenigen Grundstoffen kommen meist ohne stark ätzende Säuren, Chlor oder aggressive Konservierungsmittel aus. Bei sachgerechter Dosierung stellen sie eine materialschonende und abwasserarme Lösung für viele Reinigungsaufgaben im Betrieb dar. Sie können Sie auch für das Reinigen von Böden, Toiletten und Oberflächen verwenden. Einfache Hausmittel wie Gallseife und Natron sind ebenfalls geeignet, aber kein Muss.
Besonderheiten im Betrieb: Während im Büro die Putzmittel zum Einsatz kommen können, die Sie auch zuhause verwenden, kann das bei Maschinen und Werkgeräten anders sein. Gerade im Handwerk stellt sich die Frage, wie Sie empfindliche Gerätschaften richtig reinigen können. Auch hier geht es darum, Oberflächen zu schonen. Zusätzlich ist es erforderlich, die Funktionsfähigkeit des Werkzeuges zu gewährleisten.
Gibt es keine Vorschrift für die Verwendung spezieller Reiniger, können sie als umweltfreundliches Reinigungsmittel oft Spülmittel einsetzen. Gerade im Handwerksbereich lassen sich Werkzeuge mit dieser fettlösenden Seifenlauge ganz einfach reinigen. Zusätzlich kommen für Rost und groben Schmutz Bürsten und Feilen zum Einsatz.
Exkurs
Das richtige Werkzeug zum Putzen: Lappen, statt Papiertücher
Mikrofasertücher, Schwämme und Bürsten sind praktische Reinigungshelfer und sparen Reinigungsmittel – vorausgesetzt, sie sind für die ausgewählten Oberflächen geeignet. Alternativ gibt es auch einmal verwendbare Putztücher wie die Putztuchrolle Premium in blau.
Fazit: Zertifizierte Reinigungsmittel im Unternehmen sind gut für alle
Die Umwelt zu schützen, tut gut. Ein gutes Gewissen ist allerdings nicht alles, was Sie bekommen, wenn Sie im Betrieb auf umweltfreundliche Putzmittel umstellen. Ein weiterer Vorteil ist die Kostenersparnis. Wenn Sie nicht mehr zehn verschiedene Reinigungsmittel benötigen und dafür ergiebigere Reiniger einkaufen, sparen Sie bares Geld. Auch die Entsorgung wird einfacher, da moderne Formulierungen auf aggressive Säuren oder aggressive Bleichmittel verzichten und bei sachgemäßer Anwendung haut- und anwenderfreundlicher sind. Die hygienische Reinigung wird Unternehmen ohnehin vorgeschrieben, besonders gut ist sie aber, wenn sie die Gesundheit der Mitarbeiter nicht durch Giftstoffe belastet. In diesem Rahmen kann der Einsatz von zertifizierten Reinigungsmitteln auch Teil der Corporate Social Responsibility sein.
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